Aktuelles

Offene Abende in der vorlesungsfreien Zeit:
im Februar dienstags ab 20 Uhr in der ESG,
im März montags ab 20 Uhr in der KSG (Am Johannisfriedhof 1).


Das Treffen der ehemaligen Studenten 2012 findet am 30. Juni 2012 ab 14 Uhr in der ESG statt.


Aus aktuellem Anlass: Sabines Plädoyer für Jena

"Ich würde doch nach Jena gehen ..."

Das, was der Vater seinem Sohn im 19. Jahrhundert empfohlen hat (der norddeutsche Dichter Fritz Reuter studierte ein Jahr in Jena und hat das im Versroman "Hanne Nüte" verarbeitet), möchte ich jetzt genau so allen sagen, die vorhaben, in Jena zu studieren.

Die rechte Szene hat sich auch in Jena vor einigen Jahren etablieren wollen (z.B. "Fest der Völker" als europäisches Neonazi-Muskfesival), ist aber am Widerstand in der Stadt gescheitert. Insbesondere die von Stadtjugendpfarrer Lothar König geleitete JG Stadtmitte, die ihren Ort mitten in der Stadt hat, war bestens informiert und hat gewarnt und Widerstand organisiert und ist immer in vorderster Reihe dabei gewesen, wenn es um Gegendemos oder Mahnwachen vor dem "Sitz" der Rechten ging. Dem Wissen der Leute aus der JG um den Ernst der Lage und ihrem Engagement und ihrer Präsenz haben wir es zuerst zu verdanken, dass Jena inzwischen nach meiner Wahrnehmung weitgehend frei von gewalttätigen Neonazis ist. Ein breites bürgerschaftliches Netzwerk gegen Rechtsextremismus hat sich ebenfalls gebildet, eine Koordinations- und Kontaktstelle ist im Rahmen eines Stadtprogramms gegen Fremdenfeinsdlichkeit, Rechtsextremismus, Antisemitismus und für Toleranz von Stadt und Kirchen eingerichtet worden. Oberbürgermeister und Rektor der Uni engagieren sich mit Studierenden und Einwohnern gegen rechte Parolen und Strukturen. Sie stehen so nicht nur für eine offene und die Menschennrechte respektierende Universitätsstadt, sondern unterstützen auch andere Städte dabei. Und dies alles tun sie seit mindestens zehn Jahren.

"Ich würde doch nach Jena gehen ...", kann ich heute, wie Reuter vor knapp 200 Jahren, mit gutem Gewissen allen sagen, die in der so lebendigen Stadt der Wissenschaft, die durch die vielen Studentinnen und Studenten, das Flair der Jugend ausstrahlt, studieren wollen. Kommt her und beteiligt Euch am Widerstehen!

Sabine Nagel, Studierendenpfarrerin


Siehe dazu auch das Interview im Akrützel vom November 2011